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Mehr Einsatz für regionale Wirtschaftskreisläufe

Forderung nach weniger Fleischkonsum zum Klimaschutz greift zu kurz

© Navaho / PIXELIO

Pressemitteilung vom 31.12.2009

Freie Wähler-Landesvorsitzender Hubert Aiwanger fordert von der Landwirtschaftspolitik auf Landes- und Bundesebene einen stärkeren Einsatz für regionale Wirtschaftskreisläufe. Die jüngste Äußerung von Agrarministerin Ilse Aigner (CSU), die Deutschen sollten aus Klimaschutzgründen weniger Fleisch essen, sei oberflächlich und greife zu kurz, so Aiwanger: "Wenn Frau Aigner Lippenbekenntnisse für heimische Produkte mit kurzen Transportwegen abgibt, dann fragt man sich schon, ob sie von der eigenen Politik spricht.

Die übertriebene Auslegung der EU-Richtlinien für Metzgereien in Deutschland und Bayern führt momentan zu Massenschließungen von dezentralen kleinen Metzgereien und damit zu umwelt- und tierschutzwidrigen langen Transportwegen zu den wenigen verbliebenen Großschlachthöfen und Wurstfabriken. Regionale kundenfreundliche Ab-Hof-Vermarkter werden systematisch bürokratisch kaputtgemacht, um den internationalen Lebensmittelketten Marktanteile zukommen zu lassen, bei denen mit drei Scheiben Wurst in Plastikfolie eingeschweißt mehr Verpackung als Inhalt an den Kunden gebracht wird. Die Bundesregierung hat außerdem gar kein Interesse daran, sich dafür einzusetzen, dass die Lebensmittel so gekennzeichnet werden, dass der Verbraucher überhaupt weiß, wo sie herkommen. Man kann also regionale Produkte kaum mehr gezielt kaufen, selbst wenn man wollte. Heimischer Rapsschrot als Nebenprodukt der Biokraftstoffherstellung aus Raps könnte aus Südamerika importierten, teils genveränderten Sojaschrot in der Viehfütterung ersetzen. Mit Zustimmung der CSU wurde die heimische Biokraftstoffproduktion kaputtbesteuert und damit der Rapsanbau zurückgedrängt.

Auch die von Frau Aigner geforderte gesunde, ausgewogene Ernährung ist eine Farce vor dem Hintergrund, dass die CSU in Bayern in den letzten Jahren die Ernährungsberatung in den Landratsämtern systematisch abgeschafft hat.

Frau Aigner sollte also aufhören, den Leuten ein schlechtes Gewissen einzureden, wenn sie Fleisch essen, sondern sie sollte sich schleunigst für eine Wiederbelebung regionaler Wirtschaftskreisläufe einsetzen, wenn es ihr mit dem Klimaschutz ernst ist."