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08. Juni

Freie Wähler sehen Hausarztversorgung in Gefahr

Weiteres Gespräch zwischen Freien Wählern und Hausärzten: Hubert Aiwanger, Dr. Peter Bauer und Hausärztechef Dr. Wolfgang Hoppenthaller trafen sich in Landshut.

Die Freien Wähler sorgen sich um die Zukunft der ländlichen Hausarztversorgung. Dies wurde bei einem Gespräch zwischen FW-Landesvorsitzendem Hubert Aiwanger und dem Chef des bayerischen Hausärzteverbandes Dr. Wolfgang Hoppenthaler in Landshut deutlich. Aiwanger: "Der Hausarzt ist als zentrales Element der wohnortnahen Gesundheitsversorgung auf dem Land unverzichtbar. Die derzeitige Gesundheitspolitik spielt den Hausarzt aber offensichtlich an die Wand". Versorgungsengpässe gibt es bereits in Oberfranken und der Oberpfalz, Niederbayern und weitere ländliche Regionen werden folgen. Hoppenthaller äußerte die Enttäuschung der Hausärzteschaft über die jetzige Politik. Die schlechten Rahmenbedingungen führten bereits heute dazu, dass Hausarztpraxen kaum mehr Nachfolger fänden. Rund 20 Prozent der Hausärzte in Bayern sind über 60 Jahre alt. Die Budgetierung führe dazu, dass die Ärzte trotz zunehmender Arbeitsbelastung immer weniger verdienten. Es sei kein Einzelfall mehr, dass Kollegen am Wochenende in England arbeiten, um ihre Praxis in Deutschland über Wasser zu halten.

Der gesundheitspolitische Sprecher der FW, Dr. Peter Bauer forderte, dass auch Hausbesuche bettlägriger Patienten weiterhin möglich sein müssen. Der Hausarzt sei vielfach auch Vertrauensperson und "Familienpsychologe", der viele Mitbürger über Jahrzehnte ihres Lebensweges begleite und damit eine gesellschaftliche Funktion habe, die nicht in Euro und Cent messbar sei. Das "Praxensterben" führe zu immer längeren Anfahrtswegen, was bei lebensbedrohlichen Krankheiten die Versorgungssicherheit gefährden könne. Die FW fordern eine auskömmliche Honorierung der Ärzte. Die derzeitige Budgetierung und das Punktesysteme sind ungeeignet, da damit der Arzt das Krankheitsrisiko trägt. Eine bessere Verzahnung von hausärztlicher, fachärztlicher und stationärer Behandlung ist nötig. Ein weiterer wichtiger Baustein im gesundheitspolitischen Programm der FW sind die kommunalen Krankenhäuser. Der zunehmende Privatisierungsdruck könnte am Ende dazu führen, dass die Gewinnorientierung vor der Versorgungsqualität steht.

In Bayern gibt es derzeit rund 8500 Hausärzte und 13 000 niedergelassene Fachärzte. Im Krankenhausbereich arbeiten rund 22000 Ärzte. Etwa 20000 weitere Ärzte verteilen sich auf diverse andere Bereiche, davon z.B. 9000 im Ruhestand, 1300 Erziehungsurlaub, 1000 bei Behörden. Insgesamt 66800.

2000 bayerischen Hausärzte haben am 25.4. bei einer Protestaktion in der Nürnberger Meistersingerhalle ihrem Unmut über die gegenwärtige Gesundheitspolitik Luft gemacht, wobei es zu tumultartigen Szenen kam. Mehrere Diskussionsredner haben dabei ihre Abkehr von der CSU und Unterstützung für die FW bei der nächsten Landtagswahl zum Ausdruck gebracht.

Auf die dramatische Verschlechterung der ärztlichen Versorgung machten der Sprecher des FW-Arbeitskreises Gesundheitspolitk, Dr. Peter Bauer, FW-Landesvorsitzender Hubert Aiwanger und Dr. Wolfgang Hoppenthaller, Vorsitzender des bayerischen Hausärzteverbandes, aufmerksam.